Wenn im Sommer die Luft schon zu flimmern beginnt und sich Innenräume der Gebäude immer weiter aufheizen, wünschen sich viele Menschen eine spürbare Kühlung. Intuitiv werden Sie nun an Klimaanlagen denken, welche allerdings kostspielig in Anschaffung und Betrieb sind. Doch es gibt auch Alternativen wie Betonkernaktivierung oder Wärmepumpen und sogar technikfreie Methoden, die im Sommer trotz Klimawandel angenehme Temperaturen schaffen.

Wie reguliert die Betonkernaktivierung die Temperatur?

Bei dieser recht neuen Methode befinden sich Rohrsysteme in den Betonbauteilen des Gebäudes, zum Beispiel in Decken, Wänden und Trägern, In denen Wasser zirkuliert. Wenn Sonne und Menschen das Gebäude über Tag aufheizen, nimmt der Beton die Wärme auf. Ohne Betonkernaktivierung würde er sie über Nacht wieder abgeben und damit eine Abkühlung der Räume verhindern. Durch das Rohrsystem im Beton nimmt aber das Wasser die Energie auf und führt sie ab. Dazu verlaufen die Rohre bis ins Erdreich, wo sich das Wasser wieder abkühlt, bevor es wieder ins Gebäude fließt und erneut Wärme aufnimmt. Durch diese Technologie ist es am Ende der Nacht angenehm kühl.

Wie wirken Wärmepumpen als Ersatz für Klimaanlagen?

Eine Voraussetzung dafür, dass mit einer Wärmepumpe gekühlt werden kann, ist das passende Verteilsystem. Wichtig ist eine große Oberfläche des Verteilsystems, wie es beispielsweise bei einer Fußbodenheizung gegeben ist. Die Kühlung erfolgt passiv oder aktiv. Bei der passiven Kühlung ist der Kompressor der Wärmepumpe nicht in Betrieb, sodass diese Methode den Stromverbrauch gering hält. Das Wasser fließt durch einen Plattenwärmetauscher und dann durch Leitungen im Erdreich, sodass es gekühlt wird. Beim aktiven Betrieb wird der Wärmekreislauf umgedreht und die die Wärmepumpe arbeitet als Kühlaggregat, ähnlich einem Kühlschrank.

Welche technikfreien Methoden gibt es zur Kühlung?

Möchten Sie ohne Technik Ihre Innenraumtemperatur möglichst geringhalten, müssen Sie die frischen Morgenstunden nutzen, um ausreichend zu lüften. Dabei ist Durchzug wichtig, um die warme Luft aus den Zimmern zu tragen. Rollläden oder Markisen sorgen dann dafür, dass über Tag die Sonnenstrahlen nicht ins Haus kommen. Darüber hinaus entscheidet die Isolierung des Gebäudes darüber, wie gut die Hitze im Freien gehalten wird.

Welche Methode ist die geeignetste?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig und hängt von der Architektur des Gebäudes ab. Während die Betonkernaktivierung wenig Strom braucht und effektiv arbeitet, muss sie bereits beim Bau eingeplant werden. Wärmepumpen haben recht hohe Anschaffungskosten, die sich aber schnell amortisieren. Sie können auch nachgerüstet werden. Dennoch ist eine Fußbodenheizung notwendig, um eine effiziente Kühlung zu erreichen. Da sich im Sommer mit der Zeit auch der Boden aufheizt, geht die Effektivität von Betonkernaktivierung und Wärmepumpen im passiven Betrieb mit der Zeit zurück. Dies spricht für Wärmepumpen mit aktivem Betrieb. Technikfreie Methoden sind einfach nachrüstbar, nicht allzu teuer und erbringen bei konsequenter Anwendung auch schon gute Resultate.

 

 

Bildnachweis: Claire Rendall // Unsplash

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