Einen farbenfrohen Herbst erleben wir meist durch das bunte Blätterkleid vieler Bäume. Wenn diese kleinen und hauchdünnen optischen Freudenspender sich allerdings von den Bäumen gelöst haben und gen Boden gesunken sind, bedecken sie als Laub den Untergrund. Viele Gärtner greifen dann zur Harke oder zum gescholtenen Laubbläser und versuchen alles, es wieder los zu werden. Da stellt sich gleich die Frage, soll man das Laub einfach liegen lassen, es mulchen oder gar kompostieren?

Laub ist kein Abfall, sondern ein Füllhorn voller Nährstoffe

Grundsätzlich ist zu sagen, dass gefallenes Laub viele Nährstoffe enthält, die es dem Boden und der nächsten Pflanzengeneration weitergeben kann. Entfernt man also Laub, nimmt man anderen Pflanzen die Chance auf Wachstum. Es reicht ein Blick in den natürlichen Lebensraum von Bäumen – den Wald. Dort gedeiht auf dem Boden in den meisten Fällen eine große Pflanzenvielfalt – und das Laub wird dort einfach liegen gelassen. Kleintiere und Mikroorganismen fressen das Laub und geben so neue Nährstoffe an den Boden weitern.

Kompostieren – Kreislauf der Natur

Die Nährstoffe, die in gefallenem Laub schlummer, kann man besonders gut durch kompostieren wieder in den natürlichen Kreislauf zurückbringen. Wer keinen Komposthaufen im Freien besitzt, kann das gesammelte Laub einfach in einen Jutesack geben und so lagern. Dies beugt Schimmel vor. Als Dünger kann kompostiertes Laub unter den Rasenschnitt gemischt werden oder direkt um Bäume herum verteilt werden.

Mulchen – langfristige Fruchtbarkeit steigern

Das Wort Mulchen stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet soviel wie zerfallene Erde. Mulch an sich ist unverrottetes, organisches Material. Für die langfristige Fruchtbarkeit des Gartens ist das Mulchen hervorragend geeignet.

Damit Laub zu Mulch wird, sollte man es rund zwei Wochen lagern. Im Anschluss kann man dieses organische Material am besten unter Beerensträucher, Hecken oder auch Ziergewächse ausbringen. Wer in seinem Garten Laub von Kastanien, Walnussbäumen oder Eichen hat, sollte damit nur Gewächse mulchen, die einen sauren Boden brauchen, da das Laub der drei besagten viele bittere Gerbstoffe enthält. Solche Gewächse sind zum Beispiel Heidelbeeren oder Azaleen.

Laub liegen lassen – Warmes Winterquartier für Tiere

Wer ein Herz für Tiere wie den putzigen Igel hat, lässt einen Laubhaufen als Unterschlupf für dessen Winterruhe einfach im Garten liegen. Neben dem Igel bieten die warmen Plätze unter dem Herbstlaub auch anderen Tieren ein überlebenswichtiges Winterquartier. Dazu gehören solche Nützlinge wie Regenwürmen, Spinnen oder Käfer.

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